Welcome to India !

Mumbai, cinq heures du matin. Au réveil, l’eau de Cologne au citron de certains passagers de l’avion me rappelle que nous arrivons directement d’Istanbul. Dans l’aéroport,  des effluves de moisissure montent des tapis rouges des couloirs. Premiers saris, premiers parfums doucereux de patchouli.
Puis relents d’échappements et de cloaques sur la route qui mène à Colaba.
L’hôtel sent l’humidité, la cuisine au beurre et l’urine.

Dans l’après-midi, le Crawford Market n’est déjà plus qu’un tapis immonde de peaux de bananes, de papayes et de mangues piétinées, de crachats de bétel, d’os de poulets, de mélasse de canne à sucre broyée. Pestilence de la fiente du marché aux oiseaux.
Devant le temple hindou qui exhale la noix de coco et le jasmin flétri, une femme lave son bébé assise au bord du caniveau. À travers les grilles du parc des Beaux-Arts monte la poussière des joueurs de cricket.

Sept heures du soir. Le balcon de l’hôtel surplombe du deuxième étage l’agitation de la rue, circulation d’enfer sur le boulevard. La station de bus en contrebas, couleur rose bonbon, est décorée d’une publicité de biscuit fourré à la fraise et la vanille. Dream Cream. J’ai encore dans la bouche la saveur des feuilles de coriandre. Deux bandes de jeunes commencent à se quereller. Un groupe de cinq s’est jeté sur un des garçons, le terrassent, s’abattent sur lui à coups de poing, à coups de pieds, à coups de battes de cricket. Humeur de sang.

Demain, il y aura les embruns, l’île d’Éléphanta, le goût de sel sur les lèvres, les fragrances subtiles et les colliers de fleurs fraîches de l’hôtel Taj Mahal, et la fraîcheur d’un thé de Darjeeling.

[22 janvier 2012]

Verwundete Amazone

Nackt. Sie ist nackt. Ihr Körper kaum verhüllt in einem weißen Tuch. Sie schläft. Trunken von Stille und Glut. Für immer versteinert ihr edles, fahles Profil, ihr verträumter Blick hinter den Augenlidern, der ernste Ausdruck ihres Gesichts, ihr bitterer Mund, so fein ziseliert in den Samt ihres Fleisches. Ein Schatten gleitet über ihre Wange, die Stirn bewohnt von unnahbaren Träumen, taub gegen alle Geräusche der Straße, die Hufe der Pferde und deine Schritte auf dem knarrenden Parkett. Anmutig wie ein schlafendes Kind. Der Arm grazil gewölbt, wie ein saftiger Halm, die Finger sanft geschmiegt in die rieselnden Wogen ihres glänzenden Haars.
Du darfst sie bloß nicht nennen, ihren Namen nicht flüstern. Träumende aus Marmor, rätselhafte Hygie, ungreifbare Kore, dem Strom des Vergessens verfallen. Vage Erinnerung an eine ferne Reise, an eine frühe Liebe. Sie schläft.
Sie ist nackt. Ihr Körper scheint sich fast nach Sinneslust zu sehnen. Welch fleischliche Begierde, welch ungeahnten Rausch findet sie in der Lethe? Schlägt ein steinernes Herz in dem verletzten Busen?
Die Wintersonne wirft ihre wärmenden Strahlen, ein aufsteigender Staub schwebt in der warmen Luft, und ihre weiße Haut glitzert wie kristallines Glas. Du bist allein mit ihr. Wie leicht wäre es dir, dich ihrer scheuen Sanftmut hinzugeben, eine zitternde Hand nach ihrer glatten Haut zu reichen, und langsam nachzuzeichnen, ihr diaphanes Profil, die Kontur ihrer Wange, die Kurve ihrer Hüfte, die Brüste Alabaster, und ihre Haut zu wärmen. Flüchtig ein Kuss in ihren kühlen Nacken; da ihren Hauch verspüren. Oder schwungvoll das Tuch in tausend Splitter reißen.
Und doch wirst du sie nicht tun, die verbotene Geste, die verdrießliche Geste, die verlorene Geste. Du bleibst nur da, verträumt, du stehst nur da, versteinert, die Pose prägt sich langsam und tief in dein Gedächtnis.
Noch lange wirst du spüren die Glut in deinen Fingerkuppen, die feurige Wärme, die blendende Leuchtkraft dieses ermatteten Frauenkörpers. Für immer wirst du bewahren das klare Bild dieser unaussprechlichen Schönheit. Und sie wird dich begleiten, immer während, immerfort, immerzu. Verehrtes Götzenbild, angebetete Muse, ihr Name unsagbar. Wie dein nacktes Begehren.