Funkfeuer

Sommernacht. Der Wind ist still, der Himmel wolkenfrei. London hat die Nachricht gesendet: « Auf der Heide blüht die Erika. » Und ihr seid mit dem Fahrrad zum Landeplatz gefahren. Diesmal bist du richtig dabei. Es wird nicht einer von diesen blinden Abwürfen, bei denen bestenfalls Waffen oder Sender in einem Weidenkorb landen, oder wo manchmal der Fallschirm nicht aufgeht und der Container mit einem Mordslärm gegen den Boden knallt und Hunderte von Zigaretten ins Gras gestreut werden.
Nein, diesmal ist es aufregender. Du weißt, dass der Pilot landen wird. Allein mit deiner Hilfe.
Das Dorf, dessen Café noch am Nachmittag voll Kartenspielern und Mädchenlachen war, schläft, gehüllt in Feigheit und Angst. Und ihr, Armee im Schatten, bereitet die Bodenmarkierung in der Form eines großen Buchstabens vor und versteckt euch im Gebüsch, mit eurem Geheimnis. Trübsinniges Warten, langes Schweigen, wo du Gräser zu einem Brautkranz flichst und alle Details im Kopf noch einmal durchgehst.
Auf der Lauer richtest du deinen Blick auf die schwarze Horizontlinie des Waldes. Da kommt er, dieser ersehnte bauchige Vogel aus dem Nordwesten, allein vom Vollmond beleuchtet. Jetzt heißt es laufen, Taschenlampen anlegen und den Landeplatz mit Blinkfeuer signalisieren. Ja, er hat es gesehen und blinkt zurück. Es dauert keine zehn Sekunden, bis die dröhnende Maschine wie ein zahmer Meeresvogel gelandet ist, sich um den eigenen Flügel gedreht hat und wieder abflugbereit dasteht.
Im Nimbus des glänzenden Metalls sitzt der Pilot im finsteren Sitzraum, verschwommener Umriss, das Gesicht im Dunklen versteckt, wie noch von dem Gedanken betäubt, das Unmögliche gewagt zu haben: diesen blinden Nachtflug ohne jegliches Licht als die Kontrolllampen des Leuchtzifferblatts, ohne jegliche Hilfe als die des Gyroskops und eines Höhenmessers. Jener berauschende Gedanke entlockt ihm ein plötzliches Lächeln, und seine Zähne strahlen im fahlen Glanz des Mondes.

Wenn es Nacht wird in Paris

Es ist um die Ecke der Rue du Quatre-Septembre und der Rue Louis-le-Grand. Du sitzt zum ersten Mal in diesem fast leeren Café. Du wartest auf deinen Bruder, Louis, Codename Tukan. An einer der getünchten Scheiben des Cafés ist über der Spitzengardine « Chope de l’Opéra » zu lesen, spiegelverkehrt. An diesem lauen Septemberabend tragen die Frauen noch Sommerkleidchen und fahren Rad mit flatterndem Haar. Ein Lieferwagen fährt vorbei mit der Aufschrift « Viandox », und in der anderen Richtung ein Briefträger mit Käppi und Umhang. Im Radio singt Fréhel Mon amant de Saint-Jean, zu dem du so oft mit Mimi getanzt hast, als es noch Bälle gab. Der Spiegel hinter der Theke wirft dein müdes Bild zurück, deine absinthgrünen Augen, den Zinktisch mit der Gauloise im Aschenbecher und dem Gläschen in seiner Bakelitschale. Es ist eine Zeremonie. Du legst den durchbrochenen Löffel auf das Glas, die Einkerbung am Glasrand, drauf einen Würfelzucker, mit Likör getränkt, du zündest das giftige Anisgetränk an, und der trügerische Geist verdunstet, ätherblau. Durch die Verzierungen des Löffels bilden sich goldene Tröpfchen, die langsam ins Glas fallen. Vorsichtig gießt du ein wenig Wasser über den Zucker und siehst, wie eine kleine weiße Wolke sich im Glas verbreitet, bis das ganze Getränk wie frostiger Reif aussieht. Flüchtiger Genuss. Ein erster Schluck, du schließt gar deine Augen, und du verfällst der tiefen Bitternis alter Erinnerungen.
Reifenknirschend halten zwei schwarze Citroëns neben dem Trottoir an. Drei Männer überfallen das Café. Ledermantel, rote Armbinde, dunkle Brillen, Maschinenpistolen, Revolver. Alles geschieht sehr rasch. « Police! Haussuchung! » Wenig Worte genügen. Die Karte ist trikolor durchgestrichen. Ein Tisch wird umgeschmissen, eine Bodenklappe aufgerissen. Ein fahles Licht brennt im Kellerraum. Du vernimmst noch auslaufende Maschinengeräusche. Schwere Schritte auf der Holztreppe. Und dann die laute Stimme. Karge Worte. Ein Schuss. Zwei Männer werden keuchend die Treppe raufgestoßen, die Hände über dem Kopf verschränkt, die Ärmel aufgekrempelt. Sie haben Tinte im Gesicht, Blut auf dem Hemd. Mit wirren Blicken gehen sie an dir vorbei, auf die Straße, wo sie in die Autos gedrängt werden. Auch den Cafébesitzer haben sie mitgerissen.
Seitdem ist es schon lange dunkel geworden. Das Café ist geschlossen, und du hast deinen Absinth nicht ausgetrunken.

Ohnmacht / Si c’est un homme

Ohnmacht
[Fresnes, Winter 1944]

„Es ist genug“, hat eine Stimme gesagt, und du bist kollabiert.
Wie lange warst du bewusstlos, wie lange?
Du hängst noch immer zwischen den zwei Stühlen, Hände und Füße an einen Holzbalken gefesselt, wie geschlachtetes Wild.
Das Blut pocht in den Schläfen,
die Augen wie geplatzt.
Sie haben dich verprügelt,
dir die Zehen zermalmt, die Nägel ausgerissen.
Klaffende Brauen,
schwärende Lippen,
Schlieren im Mund,
die Zunge angeschwollen.
Le sang palpite aux tempes,
la langue, suppurante,
les lèvres, plaies béantes.
Comme un gibier saignant…

Nun bist du allein in der Zelle, allein mit dem Brennen im Hals und dem Gestank des eigenen Urins und der eigenen Kotze. Ekel.
Noch lebst du also.

Auf den spasmischen Schmerz folgt die langsame Höllenfahrt, die Agonie.
Du hörst singende Stimmen, Wahnsinnsschreie,
das Grölen der Wächter, das Bellen der Hunde,
du lauschst den hallenden Schritten der Schatten. Sie werden wieder kommen.

So viele schlaflose Nächte, so viele finstere Tage. Und die machtlosen Tränen.
Mit einer Glasscherbe hast du deinen Namen und „Vive la France!“ in die schimmelnasse Wand geritzt, neben der Stelle, wo steht: „À ma mère, Courage! Richond Roland, 2 octobre 1943“.

Nein, sie werden dich nicht kriegen, du wirst diesen Todeskampf gewinnen.
Und morgen wirst du wieder leben.
Und du wirst wieder lächeln,
und du wirst wieder singen,
und du wirst wieder lieben.
Oder vielleicht …

« Si c’est un homme »

Une voix a dit « ça suffit », et tu as perdu connaissance. Combien de temps ?
Tu es toujours suspendu entre ces deux chaises, mains et pieds entravés, attachés à la poutre,
gibier agonisant.

Le sang palpite aux tempes,
tes yeux dilacérés.
Ils t’ont roué de coups,
tes orteils sont broyés,
tes ongles arrachés.

Les sourcils, plaies béantes,
les lèvres suppurantes,
la langue purulente.

Tu es seul dans la cellule,
seul avec cette brûlure à la gorge et la puanteur de ton urine et de tes vomissures. Dégoût.
Mais tu es en vie.

Après les convulsions, les spasmes de douleur, c’est la descente aux enfers, une lente agonie.
Tu entends des voix chanter,
puis des cris de folie,
les abois des gardiens,
le feulement des chiens.

Tu guettes les pas résonnants des ombres.
Tu sais qu’il faut tenir
parce qu’ils vont revenir.

Tant de nuits sans sommeil,
tant de jours sans lumière.
Seules tes larmes muettes.

Avec un bris de verre tu as écrit ton nom et puis : « Vive la France ! » au mur de moisissure,
à côté de l’endroit où un autre, avant toi, avait écrit : « À ma mère, Courage ! Richond Roland, 2 octobre 1943 ».

Mais ils ne t’auront pas, et tu vas gagner ce combat.
Et demain, tu verras,
tu réapprendras à aimer,
à chanter et puis sourire,

ou bien tu cesseras de vivre.

 

Über das Übersetzen

„Die Sache Gorman“ geht von einer falschen Prämisse aus, denn die Debatte dreht sich um die Frage: „Wer darf übersetzen?“. Die Teilnehmer:innen behaupten, sich mit dem Handwerk des literarischen Übersetzens auszukennen und urteilen zu dürfen. Damit entsteht ein verzerrtes Bild der Mechanismen des Berufs. Beim literarischen Übersetzen (viel mehr als bei jeder Art von juristischer oder technischer Übersetzung etwa) lautet die Frage nicht, wer darf, sondern wer kann. In erster Linie.

Wovon reden wir, wenn wir von literarischer Übersetzung sprechen? Abgesehen von einer fundierten Sprachkompetenz in beiden Sprachen soll sich die Übersetzerin in eine fremde Welt, einen fremden Sprachduktus, eine fremde Perspektive einfühlen können. Im Grunde müsste es sogar möglich sein, Texte werkimmanent zu übersetzen (was bei älteren Texten manchmal nicht anders geht, aufgrund fehlender biographischer oder historischer Quellen). Natürlich ist das Einbeziehen biographischer, kultureller, historischer Bezüge von Vorteil, im Falle Gorman sage ich sogar unumgänglich, da diese auf den Text einwirken. Und weil bestimmte Begriffe je nach Alter, kulturellem Kontext, Hautfarbe (jawohl!), sexueller Orientierung eine andere Konnotation annehmen können. Ich meine ein Erkennen von Stilmitteln und kulturellen und biographischen Hintergründen.
Also im Fall von „The Hill We Climb“ das Erkennen von typischen Mitteln der Spoken Word Poesie: Die Reime sind zwar nicht sehr recherchiert (arms/arms, it/it/it), und es gibt auch ungereimte Verse mit fallendem Rhythmus, dafür sind die Assonanzen (arms/arms/harms/harmony, If we merge mercy with might/and might with right) und die Alliterationen (we grieved, we grew, we tired, we tried, weathered and witnessed, benevolent but bold, our inaction and inertia/will be the inheritance) umso reicher; der Rhythmus, wie ein Staccato (of what just is/isn’t always just-ice), die absichtlichen Wiederholungen (We will rise from…; if only we’re brave enough…; that even as we…). Bei diesem Gedicht sollten auch intertextuelle Bezüge berücksichtigt werden (in this faith we trust, everyone shall sit under their own vine and fig tree).
So viel zur „hermeneutischen Leistung“ einer Übersetzerin.

Der Einwand, dass eine nicht-binäre weiße Europäerin (Marieke Lucas Rijneveld) oder ein alter weißer Katalane (Víctor Obiols) nicht befugt sein sollen, eine zierliche Afroamerikanerin in ihre Sprache zu übersetzen, ist genau so sinnlos, wie wenn man den Leser:innen oder Hörer:innen einer Literatur, ob im Original oder in Übersetzung, die aus anderer „Herkunft“ als der eigenen stammt, die Fähigkeit zur Empathie absprechen würde. Empathie für die Autorin, den Autor, die Figuren oder die geschilderte Thematik (Rassismus, Homophobie, Shoah, Armut…).
Leser:innen und Übersetzer:innen können sich in die Autorin hineinfühlen. Als Leser kann und will man in die Haut anderer, fiktiver oder non-fiktiver Figuren schlüpfen. Aus dem Grund lesen wir doch! Und aus eben dem Grund übersetzen wir auch.
Es macht keinen Sinn, zu fragen, ob man dasselbe Alter, Geschlecht, dieselbe sexuelle Orientierung, Hautfarbe, politische Gesinnung haben sollte, um eine gute Übersetzerin zu sein, ob man als Frau Stendhal und Flaubert übersetzen darf (Elisabeth Edl), als weißer Mann Toni Morrison (ins Deutsche u.a. Thomas Piltz), ob man ein junger Homosexueller aus dem Arbeitermilieu sein muss, um Édouard Louis zu übersetzen, ob man im Gefängnis gewesen sein muss, um den chinesischen Dichter Liao Yiwu, Vergewaltigung oder Inzest erlitten haben muss, um Virginie Despentes oder Christine Angot zu übersetzen. Oder wie Kollege Frank Heibert es auf den Punkt bringt: „Wer den Ödipus übersetzt, muss nicht zuvor den Vater umbringen und mit der Mutter schlafen.“ Es kursieren viele derartige Witze, etwa „Herman Melville war kein Wal“ (Jo Lendle).
Soll also Amanda Gorman von einer zierlichen, jungen Schwarzen übersetzt werden, um von jungen schwarzen Europäerinnen gelesen zu werden? Unsinn!

Es soll aber nicht bedeuten, dass wir uns beim Übersetzen die Frage der Identität und der Identifikation nicht stellen. Wir kennen unsere Fähigkeiten und unsere Grenzen: Wenn uns ein Text unzumutbar vorkommt, werden wir ihn ablehnen – das gehört zu unserem Berufsethos, meinem jedenfalls. Fühlt sich ein:e Übersetzer:in der experimentellen Sprache der Oulipo oder der Kanak Sprak eines Zaimoglu nicht gewachsen, wird er, sie sich wohl nicht daran heranwagen, aber das hat nichts mit Identitätsfragen zu tun, sondern mit der Einschätzung der eigenen sprachlichen Gestaltungsfähigkeit. Mit der Zeit und der Erfahrung entwickelt man übrigens auch gewisse Affinitäten für Genres, Thematiken und Autor:innen.

Was ist also bei der Geschichte passiert? Bei Gormans Gedicht geht es um etwas anderes. Es ist kein Meilenstein der Literatur, sondern viel mehr ein politisches Statement, fast ein historischer Moment.
Die Verlage haben da einen Marketing-Coup geschnüffelt. Ich nenne es die Bling-Bling-Seite des Literaturbetriebs. Es musste schnell gehandelt werden, es ging um Medienaufmerksamkeit, damit um kommerziellen Gewinn. Die inkriminierten Verlage haben da eine Bresche geschlagen, und die social media, Medien und Kritiker sind ihnen blindlings gefolgt.
Für den holländischen Verlag war klar, dass Rijneveld, die gerade den Booker Prize 2020 gewonnen hatte, für Prestige sorgen würde. Ihre Eigenschaft als nicht-binäre Person – die immer wieder betont wird – schien ein Patent zu sein für ihre Empathie für jede Form der Minderheitenunterdrückung. Es ist etwas Wahres daran. Das Team Gormans hatte auch sofort zugestimmt, so der Verlag Meulenhoff. Sie hätte vermutlich ein gutes Gedicht geschrieben. Wie ihr „Rückzugsgedicht“ gezeigt hat. Sie kann das. Und wird eine junge holländische Schwarze das besser machen, weil sie schwarz ist? Empfinden alle jungen schwarzen Frauen gleich, weil sie schwarz sind?

Mein Fazit: Es ist schade, dass wirtschaftliche Interessen auch in der Literaturbranche an Boden gewinnen. Wir Übersetzer:innen arbeiten ständig an einer besseren Sichtbarkeit. Diese Debatte hat uns zwar sichtbar gemacht, aber indem sie die Übersetzung instrumentalisiert, nicht ihre Möglichkeiten ausgeleuchtet hat.
Dabei stehen wir durch unsere Arbeit für eine inklusive, kosmopolitische, solidarische und empathische Gesellschaft. Durch das Übersetzen machen wir Ungerechtigkeiten, Minderheiten, andere Lebensformen sichtbar und begreifbar. Wir übersetzen trotz oder jenseits der Unterschiede in Geschlecht, Herkunft, Religion, sexueller Orientierung. Wir wollen mit Sprache verbinden, nicht spalten. Im Sinne von Amanda Gormans Gedicht:

we are striving to form a union that is perfect.
We are striving to forge a union with purpose,
to compose a country committed to all cultures,
colors, characters and conditions of man.
We’ve seen a force that would shatter our nation
rather than share it.

Oder, den Gedanken des freien Markts weiterspinnend, warum nicht mehrere Fassungen des Gedichts übersetzen lassen? Oder Übersetzungsteams bilden, wie die Freud-Übersetzungen in Frankreich, oder der deutsche Verlag Hoffmann und Campe, der das Gorman-Gedicht von drei unterschiedlichen „Expertinnen“ übertragen lässt: der Übersetzerin Uda Strätling, der schwarzen Journalistin Hadija Haruna-Oelker und der Muslimin und Feministin Kübra Gümüşay. Denn, wenn man dem Verleger Tim Jung glaubt,
„steht am Ende ein fantastisches Ergebnis“.

Photos de voyages

ashirvada

Je suis ici et rêve d’un voyage,
là-bas,
dans ces vallées riantes aux temples sacrés,
sculptés dans le bois du Népal,
ou monastères taillés dans le roc des falaises,
au bord de lacs immenses aux eaux d’émeraude.
Inde des méditations sereines, des sages anachorètes
vivant dans l’ombre fraîche et parfumée des forêts.
Inde desséchée, brûlante et tragique.

 

Hiver breton

Poussière d’embruns.
Le vent, l’Océan.
Rochers massifs qui déchirent les vagues en dentelle d’écume
et que la mer, parfois, engloutit.
Falaises abruptes ; douceur aux yeux du velours du calcaire.
En haut de la falaise, la lande.
Une pluie fine enveloppe la bruyère et le genêt, comme pour en préserver les couleurs ; seules tâches vives de tout le paysage.
Peut-être aussi une chaumière isolée, tranquille.
A l’intérieur des terres on se protège de l’Océan par des églises, des calvaires, des gargouilles grotesques.
Plus au sud, une longue plage déserte bordée de grands hôtels aux toits d’ardoise froide. Ici le sable est sombre, humide, loin des dunes dorées et chaudes qui ondulent entre les pins comme les hanches d’une femme.
Et toujours la violence du ressac, ce va-et-vient incessant, régulier, langoureux.
Presque obscène.

Parfois seulement, passe une silhouette. Irréelle.
Manteau de pluie, col relevé et mains dans les poches. Glacées.
Les pas crissent doucement ; elle a froid.
Le regard fixé sur la ligne de l’horizon.
Là-bas.
Là où il n’y a plus de voile blanche qui flotte dans le vent.
Pas même un vol de goélands.

 

« Windwinterland »

Les vents se déchiraient au faîte de la cathédrale
et les airs n’étaient plus que poussière de nuages.
Les premiers rayons promettaient l’arrivée du printemps
et les bruits de la ville, étouffés sous les amas de neige,
semblaient tout à coup remonter de la terre :
les sabots des chevaux sur les pavés de bois,
le grincement aigu du tramway sur le Ring,
le bruissement des feuilles, les aboiements, les rires.

Elle aurait décidé de s’ouvrir à l’éveil de la ville dans un café viennois.
Sur le guéridon centenaire, une tasse brune et chaude sur un plateau argenté – Elle se dirait que, quatre-vingts ans plus tôt, à cette même table, elle aurait eu une robe de dentelle et de cretonne, un grand chapeau de crêpe et des colliers de perles. Et sur la table, sans doute, une absinthe.
Elle serait là assise, et, avec l’impatience de sa jeunesse, elle attendrait quelqu’un.
Et ce quelqu’un, ce serait vous.

 

Pierres cathares

Pays de merveilles et d’émotions que ce coin de terre aride au flanc des Pyrénées.
Les maisons de pierre ocre chauffée au soleil.
L’ombre de la pergola au café du village.
Le silence, le calme. Rien ne bouge. Seuls les chats lascifs sur les parvis de ciment frais des maisons aux volets fermés.
Ici on ne triche pas. C’est la France profonde avec ses traditions, sa culture ancestrale. Entre France et Espagne, collines et plaines, vallons secs des Pyrénées.
Florilège des sens : vins, miels, fromage de brebis et pain de froment
– et l’accent si fort qui racle la gorge de ceux du pays,
ces fils des montagnes.

Isolée comme un navire de pierre
flottant sur une mer de galets, la forteresse se dresse sur son pog. Irréelle.
On dirait un sanctuaire ou quelque temple aztèque ; on la dit temple du soleil.
On croirait qu’on ne peut l’atteindre. Mais, pierre à pierre, on conquiert le sommet.
La chaleur, le soleil, la poussière. Les buis qui piquent les mollets.
Puis le ciel pur. Vertige au-dessus du vide.
On aperçoit alors au pied du roc la croix occitane et le champ des crémats.

Je n’ai pas vu le rayon pourpre sur la muraille : soleil levant au solstice d’été.
Et disparu le trésor ou caché depuis sept siècles.
Oubliés les cris, les flammes et les larmes.

Près du château, le lac. Au bord, les roseaux, l’herbe est fraîche, le soir tombe.
Dans un sous-bois, un ruisseau bordé de jeunes noisetiers
où le soleil se joue encore des feuillages clairs et tendres.
Lumière irisée, pour quelques heures encore,
avant la nuit, le froid, l’oubli,
sur les roseaux, les pierres, la poussière et les cendres.

 

De brique rouge et de soleil

Impressions très nettes d’un printemps passé.
Visions nostalgiques.
J’ai envie d’une église romane. Je revois, autour, la place brûlante et la poussière.
Le corps exulte de chaleur.
Le ciment frais et l’ombre du parvis, la lourde porte.
Je l’aime parce qu’elle est fraîche et presque vide ; seules des briques rouges dans la pénombre, la patine douce des bancs de bois sombre et les orgues divines.

Je me souviens des bords du canal ombragés de platanes et des plates-bandes odorantes et colorées ; les berges de Garonne où La Grave se reflète, et sur les quais, sous les ponts, les gazons encore verts, douceur pour les yeux.

Mais je revois surtout un grand appartement avec vue sur les toits. Presque vide. Les murs sont blancs. Devant les fenêtres ouvertes, de grands voiles mouvants. Le soleil filtre à travers les persiennes et forme sur le mur un motif de dentelle.

L’air est lourd, peu de vent.
Dehors la ville est morte.

La pièce est presque vide, je l’ai dit. Mais le plancher doré habite tout l’espace.
Sur le sol, un vase d’argile : branche de seringat.
Et au milieu de la pièce, un vaste lit que recouvre un drapé blanc, froissé.
Mêlé aux plis, un corps, nu, endormi.
La peau est déjà hâlée, satinée.
Cheveux noirs.
À son front une mèche encore humide,
et sur les tempes, comme une perle de rosée.

Et je sais encore les soirées où la fraîcheur inonde les rues et les places.
On commence à sortir, flâner sur les boulevards, les pavés refroidis ;
les places ombragées se peuplent ; sous les arcades, la bière est glacée.
Puis les premières lumières scintillent sur les gouttes des jets d’eau.
Seuls les regards sont encore brûlants.
Et la nuit s’engouffre lentement dans les ruelles.
C’est la vie qui reprend, jusqu’à un nouveau jour.
Parfois aussi,
une pluie salvatrice,
au milieu de la nuit,
vient délaver la ville de ses passions du jour.

 

C’est l’été

Premières grosses chaleurs.
J’ai planté un rosier et des aromatiques :
de la menthe, du thym, sauge et basilic.
La maison embaume de fleurs coupées :
des pivoines écarlates qui n’en finissent pas de faner
au bord d’un pot en terre, de la jeune lavande.

J’ai jeté une vieille couverture sur le banc de bois vert ; il y fait bon dormir
à l’ombre épaisse du sureau.
Le chat dort sous la table du jardin ou se laisse bercer par le chant des oiseaux.
Je bois du thé noir à la menthe ; j’ai préparé des fraises au Grand-Marnier. Nous les mangerons quand elles seront bien fraîches.
Ainsi je me donne à la douceur de ces jours de soleil, de calme, de bonheur,
pour affronter l’hiver à venir.
Mais
seule
quand la nuit tombe,
je me lève,
je veille,
j’écris.
Car « quelque chose d’amer et de fade remonte aux lèvres comme aux fins de voyage », l’impression désolante de n’avoir pas vécu.

 

Lettre à Sarah

C’est une maison couleur de sable en haut d’une colline ; de grands portiques chargés de grappes mauves de glycine et de fleurs de passion.
Là-bas les roses ont un parfum que tu ne connais pas et elles n’ont pas d’épines, je crois.
Je t’y emmènerai, tu verras.
Tu connaîtras un vrai printemps :
l’odeur du mimosa,
du seringat
et des pivoines en fleurs.
L’été nous mangerons des baies rouges et noires,
gorgées de soleil et de sucre,
à l’ombre fraîche des acacias.
En septembre, nous goûterons les marrons au coin de la cheminée quand le soir,
dehors,
se glisse lentement sur le coteau – et je te parlerai des lapins qui dansent la nuit entre les vieux chênes.
Je t’apprendrai la pluie, le vent, la rouille des sous-bois et les brumes d’automne.
Tu verras. Ce sera bien,
quand tu seras là.

 

Entre Aubrac et Rouergue

Le pays que je vais dire est le cœur vert de la France, calme et tranquille, un écrin de verdure. Et les jours dont je parle sont avant les chaleurs de l’été, au début de juin.

La pluie tombe en rafales, mais on part quand même se promener à l’abri des bois de hêtres et de chênes tortueux, au milieu des fougères – elles sont très hautes cette année : les gens du pays disent qu’il a beaucoup plu ces derniers temps – on marche dans ces bois secrets d’animaux et de vies inconnues. On cueille un bouquet champêtre de campanules, marguerites, reine-des-prés et graminées. On le mettra ce soir dans un pot ébréché, sur le rebord de la grande cheminée.

Après le bois, une clairière au profond tapis d’herbe. Puis on longe les drailles, ces chemins aux murs de pierres tracés pour le bétail et on descend jusqu’à la rivière. Le Viaur. Elle est gorgée de boue et de déchets. Le vent vient en rider la surface.

On passe un pont bombé semblable à tous ces ponts de campagne du sud de la France, à la différence qu’il est partagé en son milieu par une borne arrondie marquant la limite de deux départements. On traverse un hameau désert : quelques poules, des chiens, un lapin en liberté, des géraniums fanés.

Puis il faut vite rentrer, avant la nuit, avant le froid.

La maison s’appelle La Méjanie ; je ne sais pas ce que cela veut dire. C’est une grande maison de pierre à flanc de coteau entre Tarn et Aveyron, aux toits de lauzes, cachés dans la verdure. Une ancienne ferme, dont les granges sont délabrées, vides de machines et de balles de foin ; les poutres sont rompues, la pierre manque par endroits et des lichens inventent un langage sur le granit.

On allume le feu, on fait griller des viandes et des pommes de terre sous la braise. Une eau glacée coule du robinet de fonte dans un évier de pierre. Le vin aussi coule glacé d’un grand pichet. On mange à la grande table de bois, sur de longs bancs, tous ensemble. On parle, on chante, on rit : que la vie est simple loin des villes !

Puis il y eut le café du matin dans des bols de déjeuner et de grandes tartines beurrées sur du pain de campagne avec un mince filet d’un miel très doux. Comme l’aurore.

Exercices de style – Stilübungen

Besuch im Museum Gugging, 11. Februar 2021

À la manière d’Oswald Tschirtner
1974 kopiert Oswald Tschirtner mehrfach ein Bild von Pablo Picasso aus der blauen Periode: Le Vieux guitariste / The Old Guitarist (1903, Öl auf Leinwand, 121 × 92 cm). Sein Zeichenstrich wird immer abstrakter, bis die Zeichnung zu einem typischen Tschirtner wird.

Alter blinder Mann mit Gitarre und blauem Gewand, hockend
Alter blinder Mann mit Gitarre und blauem Gewand
Alter blinder Mann mit Gitarre
Blinder Mann mit Gitarre
Alter Mann mit Gitarre
Mann mit Gitarre
Mann
Mensch

Oswald Tschirtner, Krawutisch (Tusche, Indian ink, 29,7 x 21 cm, 1992)

fünf Menschen
kein Geschlecht
alle gleich
gekleidet und
gleich groß
gleiche Richtung
von rechts nach links
stehend
auf gestreiftem Boden
verziehen das Gesicht
runzeln die Stirn
heben das Kinn und
kneifen die Augen
zusammen
Sie werden bald krawutisch
heißt zornig
sauer
wütend
entrüstet
empört und
aufgelöst
entsetzt und
aufgebraust
sie schlagen gleich Krawall
und sind auf Ärger aus
sie geraten in Hitze und
gehen an die Decke
sie fahren aus der Haut und
sehen demnächst rot
gleich schreien’s Krawuzi
Kapuzi und mehr noch
sie gehen die Wände hoch
geraten in Harnisch
sie werden gleich narrisch
oder fuchsteufelswild
sie werden halt krawutisch
aber warum, eigentlich?

Besuch der Albertina modern, 13. Februar 2021

Annette Messager, Gonflés dégonflés (Inflating Deflating), 2005-2006

corps fragmenté
disloqué
organes en tissu
de soie
rose orange et bleue
cœur-crabe
foie-tortue
phallus-langouste
intestin-grêle
appendice-homard
amygdales-étoile
œsophage-fantôme
se gonflent et se dégonflent
prennent vie
c’est tout un corps qui respire
l’air de la machine
tendre et cruel
rentre par une oreille ressort par un index
rentre par le colon qui devient plus gros que le ventre
ressort par l’estomac qui retombe sur le talon
et le bras par-dessus la jambe
et le cœur sur la main

Thomas Struth, Audience 5, Florence, 2004 (Albertina, Wien, The ESSL Collection)

Mise en abîme – Vienne, samedi 13 février 2021, Karlsplatz

Une poignée de policiers masqués observent
des manifestants anti-mesures-covid devant le musée Albertina modern.
Dans la salle de la collection Essl, je détaille la photographie
d’une poignée de touristes devant la Galleria dell’Accademia de Florence :
tous ont les yeux levés vers le David de Michel-Ange.
Au centre, un jeune homme, bouche ouverte et regard ébloui, semble en extase.
Syndrome de Florence.
Sur son T-shirt blanc est dessiné un cœur qui bat.

 

Siehst du, Vater, den Erlkönig?

Charlie Brown: „Eines Tages werden wir alle sterben.“
Snoopy: „Stimmt, aber an allen anderen Tagen nicht.“
(Charles M. Schulz)

Dejós ma fenèstra
I a un aucelon
Tota la nuèit canta
Canta sa cançon

Auf einem Hügel mit Blick auf die Landschaft
gibt es einen Garten in Südfrankreich,
44 Grad nördliche Breite,
sein Name, Beausoleil, verheißt Sonne und Schönheit,
eine alte Obstwiese, von Eichen und Akazien eingenommen,
wo Oleander und Oliven grünen, winters wie sommers.
Im September biegen sich die Feigenbäume
unter der Last der Früchte,
im Februar blühen gelb die Mimosen.

In diesem Garten steht ein Haus, sandfarben, mit rotem Ziegeldach und einer Pergola, von einer Glyzinie eingenommen.
Da bin ich aufgewachsen.
Vor meinem Zimmerfenster steht eine Trauerweide,
im Frühjahr nisten sich singende Vögel ein.

Seit ich weg bin, vor über dreißig Jahren, hat sich fast nichts verändert. Außer, dass eine Krankheit sich in meinem Vater eingenistet hat, und wie die Ranken der Pflanzen hat sie sich ausgebreitet und hat ihn eingenommen.

Mein Vater, mein Vater… Noch bist du der Vater, ich das Kind.
Papa nenne ich dich.
Am Telefon hört man es dir nicht an, noch hebst du ab und sagst mit schelmischer Stimme:
« Yvan Rouanet, j’écoute ! »

Du hast dieses Haus selbst gebaut, erzählst du immer wieder. Sogar den Kamin aus roten Ziegelsteinen; und meinen Baum gepflanzt. Du hast dieses Haus selbst gebaut, erzählst du immer wieder.
Bevor alles verschwindet, möchte ich alles schreiben,
was von dir übrig ist, und auch was einmal war.

Du, mein Vater, Papa,
du, der Mittelmeertaucher,
Windsurfer und Schifahrer,
du, der Marathonläufer und der Ausnahmebastler;
das alles hast du mir beigebracht.
Du, mein Deutschlehrer,
ohne den ich heute nicht da wäre.

Zu allen Fragen hattest du eine Antwort,
ausführlich, bildreich und sofort:
die Sterne, die Planeten,
Früchte die Gestirne,
die Sonne eine Orange, Venus war eine Birne.
Du sprachst von den Vulkanen, von glühendem Magma,
und von den vielen Namen für die erstarrte Lava;
vom Homo Erectus und vom Neandertaler.
Du hieltst uns oft Vorträge über die Beaufortskala,
selbst über die Erdbeben und ihre Epizentren,
die Gezeitenkalender, die Sommersonnenwende,
die Tiefsee, Jacques Cousteau und seine Calypso,
wie Delphinmann Mayol
liebtest du die Big Blue.
Von Kolumbus Christoph kanntest du gar die Namen
aller drei Karavellen:
die Niña und die Pinta,
und die Santa Maria.

Selbst tanzen konntest du, du kanntest alle Schritte,
die im Viervierteltakt:
Rock and Roll und Rumba
Mambo und Cha-Cha-Cha.
Auf der Gitarre hast du mir beigebracht
Jeux interdits, die Akkorde D-A
hießen bei dir ré-la.

Du stauntest über die dreiundvierzig Weisen
den Laut « o » auf Französisch zu schreiben:
von lavabo bis Saône, von oignon bis alcool,
apôtre bis Pernod, Meursault bis Wisigoth.

Oft und gerne hast du Dichter zitiert –
schließlich hattest du Deutsch studiert –,
Heine, Victor Hugo, das alles auswendig,
die Lorelei und Goethes Erlkönig,
und jede Menge französische Volkslieder.
Als wir früher, im Juli und August,
nach Spanien ans Mittelmeer fuhren,
sangen wir Vier im Auto, entweder unisono,
oder den okzitanischen Kanon Se canta.
Du brauchtest nur anstimmen,
und wir griffen das Lied
zeitversetzt auf, die Melodie,
ich damals mit einer Kopfstimme.

Se canta, que cante
Canta pas per ieu
Canta per ma mia
Qu’es al luènh de ieu

Ich glaube, es hat alles mit der alten Standuhr begonnen.
Du wolltest immer wissen, wie spät es ist, und warum die Uhr steht.
Glastür auf, Gewichte aufziehen,
Schwingungsdauer justieren,
Glastür zu, Holzkorpus mit Keilen in die Waage kriegen.
Mehrmals am Tag.
Glastür auf, Gewichte aufziehen,
Schwingungsdauer…

Damals vermutlich hat sich deine Zeitwahrnehmung verschoben.
Damals vermutlich bist du langsam aus unserer Welt herausgefallen,
entfallen,
ins Abseits verfallen.
Es ist weniger die Vergangenheit, die dir abhandenkommt, als die Zukunft.
Es ist, als würdest du linkshändig mit der Kreide an der Tafel schreiben und deine eigene Schrift mit dem Ärmel verwischen.
Du hast noch viele Fragen, aber keine Antwort.
Wo wohnst du, wie spät ist es, welchen Tag haben wir und wie alt ist er jetzt?
Du, früher so wortgewandt, weißt manchmal Früchte nicht mehr zu nennen.
Ja,
du vergisst
du verlierst
du verirrst dich.

Du verlierst dein Handy,
die Brille, das Werkzeug,
Autoschlüssel, Geldbörse;
verwechselst die Geräte,
diverse Fernbedienungen,
mit deinem Telefon.

Du vergisst auch die Daten,
von deinem Grundstück die Maße
und die Koordinaten,
Längenbreite und -grade,
von den Leuten die Namen,
schon lange alle Geburtstage.

Gebückt spazierst du in dem Garten,
die Hände im Rücken verschränkt,
du wirkst abwesend gar gekränkt,
die Augen in Gedanken getränkt,
die blauen Augen blass und wässrig.
Im Sommer riechst du an den Rosen
im Winter streichelst du die Mimosen.
Wenn in den dürren Blättern der Wind säuselt
vielleicht sprichst du da mit den Bäumen,
vielleicht siehst du sogar den Erlkönig.

Wie spät ist es, welchen Tag haben wir, und wie alt ist er jetzt?
Ja, wie alt bist du jetzt?
Wenn du gefragt wirst, antwortest du schelmisch:
ich habe aufgehört zu zählen oder Es ist ein Geheimnis!

Noch weißt du den Namen deines Enkelkindes,
dass die Erde rund ist,
die Sonne eine Apfelsine,
und Venus eine Birne.
Dass das Ei des Kolumbus steht, wenn man es bricht,
und am Ende des Gartens eine schöne Landschaft ist.

Selbst wenn du langsam zum Kind wirst,
weiß ich noch, dass du mein Vater bist,
solange du Den Erlkönig rezitierst,
und solange du Se Canto singst.

Murmure de bonheur

Quand on partait en vacances, en caravane, vers la Costa Brava ou la Costa Daurada, mon frère et moi à l’arrière de la voiture, c’était toujours papa qui conduisait. Du moins dans mon souvenir. Maman posait la main sur sa cuisse, comme pour sceller le pacte.
Elle avait toujours dans la boîte à gants des bonbons à la menthe La Pie qui Chante qu’on essayait de sucer jusqu’à faire un trou au milieu sans que l’anneau formé ne se casse ni surtout sans s’y tailler la langue. Cela occupait pendant des kilomètres. Puis on jouait à compter les 2 CV vertes, les barbus et les femmes enceintes.
Jusqu’à la frontière espagnole, on écoutait la radio française, puis des cassettes de chansons : Joe Dassin chantait L’été indien, Michel Fugain Un beau roman et Michel Delpech Chez Laurette ; et nous, nous chantions avec : « C’était bien, c’était chouette ».
Quand, sous l’effet de la chaleur, les bandes magnétiques s’étaient entortillées dans le lecteur, maman essayait bien de les rembobiner avec un stylo à bille, mais elles finissaient par se déchirer.
Plus tard, après de longues plages de silence, papa entonnait les premières mesures de « Dans ce qui fut ma poche, et qui n’est plus qu’un trou, je n’ai plus de sous » ; maman, mon frère et moi enchaînions en chœur ou en canon, et l’habitacle se remplissait de ces chants folkloriques de colonies de vacances où il était question de « plumettes d’argent » et de « feuilles d’automne, emportées par le vent ». C’étaient des airs enjoués comme Le roi Arthur suivis par d’autres plus mélancoliques : S’en allaient trois garçons, Ma chaumière, des paroles vieillottes dont je ne comprenais pas très bien le sens : « C’est Jean-François de Nantes, Oué, oué, oué, Gabier de la Fringante, Oh ! mes bouées, Jean-Françoué ».
Quand notre répertoire était épuisé et que nous avions déjà repris trois fois Se canto, ma chanson occitane préférée, dont je chantais le refrain d’une voix de tête, maman sortait de la boite à gants un autre trésor : un carnet à ressort ATLAS, à petits carreaux, sur lequel elle avait noté des jeux et des chansons, des années auparavant.
Plus de quarante ans ont passé, et le carnet est toujours là ; sur la couverture d’un bleu d’encre tout délavé on peut encore lire, sous Atlas portant son globe : « NF cahiers scolaires No 451 ». Une page est cornée à « Colchique dans les prés ». Une chanson qui se termine par « et ce chant dans mon cœur murmure, murmure, et ce chant dans mon cœur murmure le bonheur. »

Pénélope

[Antoine Bourdelle, Pénélope – 1906-1912]Pénélope

Reine d’Ithaque, fille d’Icarios,
j’ai toujours aimé ta pose langoureuse et émouvante.
Déhanchée, une jambe offerte au soleil et à la brise passagère,
le genou vernissé, galet rond poli par le ressac,
un bras enserre ta poitrine, comme on protège un secret,
et l’autre, gracieux et souple, semble figé à jamais dans une attente rêveuse ;
la peau veinée de blanc, poussière d’embruns enlevée par le vent à la crête des vagues.
Ton visage grave et tes cheveux noués sculptés sur fond de ciel azur.
Les yeux tournés vers l’horizon mais les paupières closes,
la tête penchée, posée sur le dos de la main,
tu attends.
Tu attends le retour de ton amour unique, ses voiles blanches à l’horizon brumeux.
Amante fidèle,
tu files le jour sur ton métier
ta grande toile toujours recommencée,
et te livres la nuit à tes fantasmes, au souvenir du désir, de la passion houleuse comme la mer. L’absence est toujours peuplée de souvenirs. Chaque nuit tu refais, sans jamais l’achever, le tissu de votre intimité.

Amante fidèle,
fidèle à l’amour, fidèle à toi-même, et toujours silencieuse.

Le plissé de ta longue robe laisse deviner les rondeurs de ton fils Télémaque.

 

En attendant la vague

Poèmes de Sarita Jenamani traduits de l’anglais, extraits de « Till the Next Wave Comes » (Dhauli Books, Odisha, 2018) *

Éphéméride

Les soirs
assis au bord de la rivière
Le temps charrié
par les torrents de l’eau
Tant de lettres
englouties
par les vagues vibrantes
Et toujours nous coulons
tout comme la rivière
coule d’ici à là
telle la chute d’eau
cascadant des montagnes
Chaque scène saisie par des yeux éveillés – un rêve
Rêve échappé du poing
Les feuilles de l’éphéméride
tombent jour après jour
mois après mois
et d’année en année
Une année
un symbole
chants d’instants doux-amers
Quand parfois un visage
au-delà du miroir
se fait autres visages
Et la mort se propage
dans l’étendue du ciel
scintillant comme lune laiteuse
mêlant son éclat d’argent
au flot des eaux courantes

1947

Ils s’en vont
Et quelques maisons de plus
s’enfoncent dans la pénombre
La rue rétrécit plus encore
La nuit étreint
les pâleurs morbides
De la Tour du Silence
descendent des symboles de peur
en quête de pitance
Ceux qui sont restés là
sont encore plongés
dans le profond sommeil de leur
indifférence
Et ils ne se réveillent
que pour passer de rêve
en rêve
et murmurer
des questions sans réponse
Ils s’en vont
Et la vie rétrécit
plus encore

Au-delà

Le silence déploie ses ailes
tel le désert
sous un ciel d’aurore
Les pyramides inertes scintillent
entre l’or et l’azur
Il y a toujours plus à dire
au-delà de la civilisation

Pendant L’Amour

Une gerbe de joie
jaillit du spasme vaporeux
Ta chaleur tangible
m’enflamme comme braise
une danse extatique
de langue de feu me dévore

Les choses manifestes encore sont
obscures
le temps se brise, la vie se dissémine

Le désir devant toi t’accorde d’explorer
sa foule de corps qui résonnent
entre les pauses d’une sonate

Seuils

Je frappe à la porte
et elle s’ouvre
mais avant même de m’engager
la porte s’engage en moi
et continue d’y ouvrir
des portes infinies

Et je ne saurais dire
si je traverse les seuils
ou si eux me traversent
l’un après l’autre

Confondue, je cherche un toit,
mais avant d’en trouver un
la terre sous mes pieds
se dérobe

Images brisées

La chronique
de ta vie
n’est autre
qu’un patchwork
de choses oubliées
que tu tentes d’apiécer
d’une aiguille
depuis longtemps perdue

Sans Titre I

Je suis une goutte de pluie
qui s’évapore
en un quart de seconde
pour retomber
vers toi
encore et encore

Langue Maternelle

Rivière mystique
elle coule
au fond de mes artères
Voix de ma mère
voix liminaire
berce mon moi naissant
Alors que je m’écoule
en protégeant
ses pans fragiles
dans l’océan de lumière

Langue Étrangère

La nouvelle langue te somme
d’énumérer tes noms
et dans le même temps t’ordonne
de ravaler tes voix
Tes noms qui s’obstinent
à être appelés
épelés
rayés et
traduits
pour être ensuite
oubliés
à jamais

Poème

Un poème n’est pas
un feu d’artifice radieux
Mais unique étoile filante
arrachée
au front
du firmament

* Traduits et publiés avec l’autorisation de l’auteure